Mit dem Mietwagen durch Patagonien

Schon bei der Reiseplanung haben wir uns vorgenommen nach Patagonien zu reisen. Jedoch ist es dort etwas schwieriger individuell herumzureisen als an anderen Orten, da Busstrecken unendlich lang sind und von den Flugpreisen will ich schon gar nicht sprechen. 

Also muss ein Auto her. Aber welches eignet sich am besten und was man sonst noch alles dazu wissen musst, erfährst du in diesem Bericht.

Autokauf / Mietwagen / Camper

Ursprünglich planten wir, uns ein Auto in Südamerika zu kaufen um mit diesem so frei herumfahren zu können, wie wir wollen. Leider hat unser Budget dann nicht mehr dafür gereicht. Falls du aber Interesse hast ein Auto in Chile zu kaufen, kann ich dir die Webseite von meinen lieben Freunden Julie und Thomas weiterempfehlen. Die haben alles detailliert beschrieben, was du dazu wissen musst.

www.reise-geschichten.com

So mussten wir uns eine andere Lösung suchen. Einen Mietwagen kam nicht in Frage, da diese relativ teuer sind, meistens kann man damit keine Landesgrenze überqueren und man muss ja dann doch immer eine Unterkunft suchen.

So erkundigten wir uns für einen Camper. Einen richtig grossen Camper kostet aber auch richtig viel Geld. Dann sind wir auf Wicked Campers gestossen. Die gibt es nicht nur in Südamerika sondern zum Beispiel auch in Australien und vermieten umgebaute Van’s und 4x4 Autos mit einem Dachzelt zu angemessenen Preisen.

 

Übrigens: In Chile und Argentinien darf man grundsätzlich überall parkieren und im Auto übernachten. Manchmal gibt es Verbote für Camping, dies bedeutet aber, dass man kein Zelt aufstellen darf.

Wicked Campers

So ein umgebauter Van ist genau das, was wir uns vorstellten und der Preis stimmte –nach ein bisschen Verhandeln- auch. Was man beachten muss ist die Einwegmiete. Wenn man das Auto nicht an dem selben Ort abgeben will, wie man es geholt hat, kommt eine relativ hohe zusätzliche Gebühr dazu. Dies gilt übrigens auch bei Mietwagen. So zahlten wir für einen Van inkl. allen Gebühren, Gaskocher, Küchenausstattung und Bett, exkl. Bettzeug rund 2000 CHF für 3 Wochen Miete. Zudem konnten wir auch ohne Probleme die Grenze zwischen Chile und Argentinien überqueren, was bei normalen Mietwagen nicht immer so einfach ist.

 

Die Abwicklung war einfach und unkompliziert. Beim Buchen muss man eine Anzahlung machen, den Rest bezahlt man dann bei der Übergabe. Wichtig ist, dass man alle Fahrzeugpapiere erhält, auch die Extrapapiere für den Grenzübergang.

Der Van wurde gemeinsam mit uns sehr gut kontrolliert und Mängel wurden dokumentiert. Trotzdem ist es ratsam Fotos vom Innen- wie auch vom Aussenbereich zu machen. Sicher ist sicher.

 

Übrigens gibt es vor Ort meist ein paar nützliche Gegenstände von früheren Mietern, die man kostenlos mitnehmen kann. Zum Beispiel mehr Küchenutensilien, Schlafsäcke usw.

 

Auch die Abgabe war problemlos und der Van wurde überhaupt nicht genau kontrolliert.

Was man alles so braucht

Nach dem wir den Van übernommen haben sind wir erst einmal zu einem Supermarkt gefahren. Dort haben wir uns eingedeckt mit Essen, Getränken, Wasser, WC-Papier und einer Sim-Karte, damit wir unterwegs ein bisschen Internet und Gesprächsminuten haben.

Da ja kein Bettzeug inkl. ist, mussten wir uns noch darum kümmern. Wir konnten aus dem „Freestuff“ schon einen Schlafsack mitnehmen. Zusätzlich haben wir uns Bettanzug, 2 Kissen und einen weiteren Schlafsack gekauft.

Als wir nach der 3. Nacht jedoch so gefroren haben, haben wir uns noch eine weitere, warme Decke gekauft. So hatten wir dann auch genug warm, denn in der Nacht kann es schon sehr kalt werden.

Camping-Stuff gibt es relativ günstig in jedem grösseren Supermarkt wie zum Beispiel Lider, Jumbo oder Totto.

 

Zudem haben wir uns noch einen Adapter gekauft, um unsere Mobiltelefone am Zigarettenanzünder aufzuladen, was ich nur empfehlen kann. Denn wir hatten unterwegs nur sehr selten Strom und auf Campingplätzen gab es oft nur 2 Steckdosen, die immer besetzt waren.

Um unser „zu Hause“ für 3 Wochen ein bisschen gemütlicher zu gestalten, haben wir uns noch eine Lichterkette gekauft.

Ach ja, wir haben uns noch eine grössere verschliessbare Plastikbox gekauft, welche praktisch war um unser Essen darin zu verstauen, obwohl es auch sonst genug Platz gäbe im Van.

Auch Plastiktüten sind praktisch um den Abfall zu sammeln.    

Essen

Zum Frühstück hatten wir immer Brot und Konfitüre. Da wir keinen Kühlschrank und nur eine Kühlbox, welche jedoch nicht wirklich was gebracht hat, hatten wir keine Butter. Zudem gab es für Yanick Pulverkaffee und für mich Orangensaft.

Unterwegs fanden wir meistens einen Shop wo wir frisches Brot, Aufstrich, Käse und Fleisch gekauft haben um uns ein Sandwich zum Mittagessen zu machen.

Zum Abendessen haben wir dann immer etwas auf unserem Gaskocher gemacht. Zum Beispiel gab es: Kartoffelbrei, Pasta oder Reis.

Ich rate auch dazu immer genügend Wasser dabei zu haben.

Tankstellen

Tankstellen gibt es, jedoch nicht immer und manchmal findet man 500 km keine Tankstelle. Deshalb macht es Sinn, einen Kanister zu kaufen (z. Bsp. an einer Copec Tankstelle). Wir haben ihn zwar nie für uns gebraucht, jedoch konnten wir damit einem Motorradfahrer weiterhelfen. 

 

Benzin ist in Chile und Argentinien sehr günstig, ca. 1 CHF pro Liter, in Argentinien ist es jedoch noch ein bisschen günstiger. An den Tankstellen wird man immer bedient. Meistens kann man bar oder mit Kreditkarte bezahlen, an kleineren, abgelegenen Tankstellen jedoch kann man nur bar bezahlen. 

 

Ab Höhe Bariloche empfehle ich, immer zu tanken, wenn eine Tankstelle vorhanden ist. Auch wenn man noch genug hätte aber vielleicht kommt was dazwischen oder an der nächsten Tankstelle hat es kein Benzin mehr, was auch immer wieder vorkommt. Zudem würde ich auch jedes Mal, den Reifendruck überprüfen, wofür es an den meisten grösseren Tankstellen eine Möglichkeit gibt.

 

 

Copec-Tankstellen sind super. Diese Tankstellen gibt es in Chile und haben meistens einen Minimarket (mit warmen Essen), Wlan (auch wenn es nicht das Beste ist), kostenlose, saubere Toiletten und oft sogar eine Dusche mit warmen Wasser, welche man gegen wenig Geld benutzen kann. Im Notfall kann man auch gut an einer Tankstelle die Nacht verbringen. Manchmal gibt es sogar die Möglichkeit eine Waschmaschine zu benutzen.

hilfreiche Apps

Zur Navigation haben wir das App „maps.me“ gebraucht und dies hat auch völlig gereicht. Im Süden gibt es meist sowieso nur eine Strasse und da findet man den Weg auch ohne Navi.

Ein sehr empfehlenswertes App ist „iOverlander“. Dies ist auch eine Karte, wo jeder etwas markieren kann. Supermärkte, Wäschereien, Tankstellen, Strassensperren, sonstige Infos und das wichtigste: Schlafplätze. Viele andere Reisende haben hier eingezeichnet, wo sie übernachtet haben und ob es gut oder schlecht ist oder ob es zum Beispiel Toiletten in der Nähe hat etc. Die App funktioniert auch offline, aber dann sieht man die Karte oft nicht so genau, aber es funktioniert.

Grenzübergänge

Chile-Agrentinien

 

Nach Argentinien hatten wir keine Probleme. Man steigt bei der Migration aus, muss alle Dokumente (Pass, Fahrzeugausweis und Papiere, damit man mit dem Auto über die Grenze darf, welche wir von Wicked Campers erhalten haben) vorweisen und bekommt einen Ausreisestempel in den Pass und die Papiere. Dann fährt man je nach Grenzübergang einige Kilometer und hält dann bei der Immigration wieder an und muss dieselben Dokumente vorweisen und bekommt wieder einen Stempel in den Pass und auf die Papiere. Und das war’s schon. Wichtig wenn man nach Argentinien einreist: Man muss eine Unterkunft in Argentinien angeben. Wir haben einfach einen beliebigen Campingplatz angegeben und das hat gereicht.

 

Argentinien-Chile

Der Vorgang ist ziemlich ähnlich wie wenn man nach Argentinien einreist. Nur muss man noch eine Zolldeklaration ausfüllen. Denn hier wird alles genauestens kontrolliert. Falls ihr Früchte, Fleisch oder Honig dabeihabt, müsst ihr diese schon vor dem Zoll noch essen oder wegwerfen. Am Zoll selbst durften wir das nicht mehr, oder man muss angeben, dass man diese Esswaren dabeihat, mitnehmen darf man sie dann aber trotzdem nicht.

 

Unser Van wurde einmal sehr genau kontrolliert und das 2. Mal dann nicht mehr so genau aber anschauen wollten sie trotzdem alles.

Strassenverhältnisse

Bis nach Bariloche waren die Strassen immer sehr gut. Dann aber gab es zwischendurch Strassen mit Schlaglöchern oder auch nur Schotterpisten und dies für eine Strecke von 100km. Das machte dann irgendwann keinen Spass mehr und es war auch alles im Auto staubig. Einen 4x4 Wagen haben wir aber nicht vermisst.

 

Ich habe im Vorfeld Geschichten gelesen, dass stundenlang kein Auto kommt, wenn etwas ist. Auf den einen Strecken hat es zwar wirklich nicht viel Verkehr aber es kommt immer wieder mal ein Auto oder Lastwagen vorbei. Nur das Problem bei einer Panne: Meistens hat man kein Signal. Das heisst, auch wenn man eine Sim-Karte vom jeweiligen Land hat, man hat nur in kleineren Städten empfang.

sonstige Infos

Wenn man auf Campingplätzen übernachtet gibt es oft kostenlose heisse (und wirklich heiss) Duschen und natürlich Toiletten (aber ohne WC-Papier). Ansonsten kann man auch an vielen Copec-Tankstellen duschen.

Zwischendurch sucht man sich halt ein Busch...

 

Stauplatz hat man im Van genug. So haben wir unsere Rucksäcke ausgepackt, diese unter der Matraze verstaut und die Kleider hatten wir in einer Ablage, welche gut zugänglich war.

 

Es gibt Vorhänge, die man zum Schlafen einfach montieren kann. Abdunkeln tun sie zwar nicht wirklich aber vor Blicken schützen.

 

Patagonien ist berüchtigt für den starken Wind. Und glaub mir, der Wind ist wirklich stark! In der freien Natur kann es schwierig werden einen windgeschützten Schlafplatz zu finden.

 

Desto weiter man in den Süden fährt, je weniger Supermarket gibt es. Also deck dich am besten von Beginn an mit Lebensmittel ein und kaufe dann unterwegs immer wieder mal was du brauchst. Denk beim Einkauf daran, dass es einfache Gerichte sein sollen.

Der Beitrag mit unserer Route und den Kosten folgt am nächsten Sonntag.

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