Aletsch-Gletscher-Trekking

Eine Tour über den längsten Gletscher der Alpen, unglaublich schön und beeindruckend und für jeden machbar.

Ich habe mich mit 2 Freunden und meinem Mann auf das ewige Eis gewagt und wir wurde nicht enttäuscht.

 

In diesem Bericht erfährst du, wie du aus einem Wochenend-Trip so viel wie möglich rausholen kannst.

 

Übrigens ist der Beitrag nicht gesponsert und alles geschrieben basiert auf meiner eigenen Meinung.


Anreise

Furkapass, Hotel Belvedere
Hotel Belvedere, Furkapass

Da wir zu viert unterwegs waren, haben wir ein Auto gefüllt und sind mit dem Auto über den Furka-Pass ins Wallis gefahren. Falls dies auch auf deine Weg liegt, kann ich dir es ans Herz legen, früh morgens los zu fahren.

Die Strecke verläuft auf der bekannten "James Bond Street", eine wunderbare Strecke über den Pass. Zudem kannst du einen Stopp beim "Grand Tour of Switzerland" Foto-Spot einlegen. Aber da gibt's noch was, was du nicht verpassen solltest: das Hotel "Belvedere" am Furkapass und den Rhonegletscher. 

Das derzeit auf unbestimmte Zeit geschlossene Hotel ist ein toller Fotospot und bekannt aus dem James Bond Film "Goldfinger". Du kannst direkt vor dem Hotel parkieren, falls der Parkplatz schon voll sein sollte, gibt es oberhalb an der Strasse noch weitere Möglichkeiten zu parkieren.


Rhonegletscher

Dann ist dort aber auch noch der Rhonegletscher, welcher ein Stopp noch lohnenswerter macht. 

Am besten planst du mindestens 30 Minuten für den Besuch ein, zudem sind gute Schuhe und eine Jacke empfehlenswert. Es geht einen Weg runder, bis direkt zum Gletscher. Dort gibt es ein absolutes Highlight, ein Gletschertunnel. Der kostet 9.- CHF pro Person und lohnt sich absolut. Der ca. 100 Meter lange Tunnel wird seit etwa 1870 jedes Jahr in den Gletscher geschlagen, wenn du durch den Tunnel gehst, fühlst du dich wie eine Eisprinzessin oder einen Eisprinzen.



Aletschgletscher

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Ausblick vom Eggishorn

Nun aber geht es weiter nach Fiesch und hoch auf die Fiescheralp, der eigentlichen Tour, die wir gebucht haben. Ja, eigentlich bin ich nicht so der Fan von geführten Touren aber auf den Aletschgletscher wollte ich nicht auf eigene Faust, denn das kann ganz schön gefährlich werden für Unerfahrene. 

 

Die Gletschertour, die wir gemacht haben, haben wir über die Webseite von Aletsch-Arena gebucht. Es gibt aber auch andere Anbieter mit anderen Angeboten.

Die individuelle Anreise am Samstag auf die Fiescheralp inkl. Bergbahn ist nicht im Angebot enthalten. Aber es beinhaltet die Übernachtung von Samstag auf Sonntag auf der Fiescheralp (wir wurden im Hotel Jungfrau untergebracht und waren damit sehr zufrieden) inkl. Halbpension (exkl. Getränk beim Abendessen). Zudem ist am Sonntag das Frühstück, der Bergführer und ein Lunchpaket inklusive. 

 

Da wir möglichst viel aus dem Wochenende holen wollten, sind wir am Samstag mit der Gondel auf das Eggishorn gefahren. Dort hat man ohne grosse Anstrengung eine wunderbare Aussicht über den grössten Gletscher der Alpen und der ist wirklich riesig. Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, bekomme ich Hühnerhaut und er haut mich immer wieder um.

Wir sind dann jedoch noch die ca. 30 minütige Wanderung auf das eigentliche Eggishorn gewandert, dafür sind gute Wanderschuhe empfehlenswert. Von dort oben hat man den grandiosen fast über den ganzen Gletscher und es lohnt sich absolut diese kleine Anstrengung auf sich zu nehmen. Geniesse dort oben die Aussicht und die Ruhe. Aber vergiss nicht, die letzte Gondel fährt um 16:55 Uhr zurück. 

 

Zurück im Hotel gibt es einen Apero, offeriert zum Hotel und später dann auch das Abendessen, welches wirklich lecker war. 

Am nächsten Morgen ging es bei uns um 8:30 los. Erst geht es ca. 45 Minuten stetig bergauf, bis der 1km lange Tälligrattunnel kommt, welcher für die Wasserversorgung in den 1980er gebaut wurde. 

 

Nach dem Tunnel kommt der Märjelensee und die Gletscherstube, wo wir eine kurze Pause einlegten und die Klettergurte und Steigeisen bekamen. Danach ging es ca. 30 Minuten runter zum Gletscher. Dort wurden die Steigeisen montiert (unbedingt wasserfeste Wanderschuhe anziehen!) und wir wurden "angeseilt". Einer nach dem anderen. Wir waren total 10 Teilnehmer, die Gruppen variieren von 6-10 Teilnehmern.

 

An die Steigeisen gewöhnt man sich schnell und es ist überhaupt nicht schwierig auf dem Eis zu gehen. 

Erst sind wir zur Messstation der ETH Zürich gelaufen, wo wir sehen konnten, dass innerhalb der letzten 3 Monate der Gletscher ca. 2 Meter an Höhe verloren hat. Krass, wie schnell der Gletscher schmilzt! Hast du gewusst, dass es 1 Meter Neuschnee braucht, damit 1 cm an Eis entsteht? 

Gletscher-Wasserfall
Gletscher-Wasserfall

Weiter gehts über den Gletscher, zwischendurch kommen wir an einem Gletscherloch vorbei, wo sich das Schmelzwasser seinen Weg gebaut hat und das Wasser ca. 40 Meter runter fällt. Der Gletscher ist an seiner tiefsten Stelle übrigens ca. 900 Meter dick, jedenfalls, war das die Zahl bei der letzten Messung vor ein paar Jahren.

 

Nach ca. einer Stunde über den Gletscher und die erste Mittelmoräne laufen, kommen wir zur 2. Moräne, wo uns unser Guide Sandkegel erklären, wobei man übrigens erkennen kann, wo Norden und wo Süden liegt. Auch sogenannte Gletschertische wurden uns erklärt. Hast du gewusst, dass der Aletschgletscher aus eigentlich 3 Gletschern besteht und diese beim Konkordiaplatz aufeinander treffen? So entstanden übrigens auch die Moränen, diese schwarzen Streifen auf dem Gletscher. Dort haben wir auch den Mittagsrast gemacht und wir durften uns vom Seil lösen.

 

 

das Eggishorn im Hintergrund
das Eggishorn im Hintergrund

Nach dem Lunch nahmen wir den Weg zurück, jedoch nicht den selben, sondern wir sind mehr auf dem gedehntem Eis gelaufen, das heisst, dort, wo es viel mehr Spalten gibt, die durch den Druck des Gletschers entstanden sind, weil er gegen einen Berg und um die Kurve verläuft. 

Der Abschnitt war super beeindruckend und wir mussten immer mal wieder über eine Gletscherspalte springen.

 

Gerade dort wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, nicht alleine auf einem Gletscher unterwegs zu sein, sondern mit einem erfahrenen Guide. Immer wieder hört man von Wandere oder Alpinisten, die aus Gletscherspalten gerettet werden müssen. 

 

Nach guten 3 Stunden auf dem Gletscher hatten wir wieder Steine unter den Füssen und wir sind zurück zur Gletscherstube gewandert, wo wir uns von unserer Gruppe verabschiedeten. 


Fazit

Die ganze Tour kostete und 230.- pro Person, was ich ein super Angebot finde, wenn man bedenkt, was alles im Preis inkludiert ist. Das Erlebnis auf einem Gletscher, nein nicht irgendeinem Gletscher sogar dem grössten Gletscher der Alpen zu gehen ist einmalig und deshalb würde ich so eine Wanderung jedem empfehlen. Falls du nicht so gut zu Fuss unterwegs bist, lohnt es sich, auch einfach nur mit der Gondel zum Eggishorn hoch zu fahren, um den riesigen Gletscher zu betrachten. 

 

Obwohl mich die Tour wirklich sehr beeindruckt hat und ich sie jedem empfehlen kann, fand ich es etwas schade, dass das Motto für unseren Guide eher "schnell durch" als, "geniessen zu können" war.  Ich hätte es toll gefunden, wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten. Ich wäre lieber etwas weniger schnell und weit gelaufen und hätte mehr Zeit gehabt um zu geniessen und Fotos zu machen. 

 

Ich würde dir aber auf keinen Fall empfehlen, selbständig auf den Gletscher zu gehen. Falls du keine Lust, auf so eine geführte Tour hast, organisiere dir einen persönlichen Guide nur für dich und deine Begleitung und da könnt ihr das Tempo und die Pausen wünschen. 


Was muss mit?

Packe grundsätzlich alles ein, wie du es für eine normale Wanderung einpackst, also, sei für jedes Wetter gewappnet. Unbedingt brauchst du:

 

- gute, Wasserfeste Wanderschuhe

- lange Hosen

- vers. Oberteile (Zwiebelsystem) inkl. Regen- und Windjacke

- Handschuhe

- Mütze (der Wind kann ziemlich kühl sein!) 

- Sonnenschutz und Sonnenbrille

- Wasser (eine 0.5 L Flasche Softdrink erhältst du mit dem Lunchpaket)

- evt. einen Snack, obwohl das Lunchpaket ziemlich grosszügig ist

- falls du möchtest, einen Wanderstock (würde nur ein Stock empfehlen für auf dem Gletscher, da mit der anderen Hand das Seil gehalten werden muss)

- Kamera / Handy

 

- Klettergurt und Steigeisen bekommst du vom Anbieter


Gästebuch

Kommentare: 2
  • #2

    Andreas Schmidt (Sonntag, 04 Oktober 2020 08:47)

    Vielen Dank für diese schöne Beschreibung. Ich (als Berliner!) kenne den Aletsch seit meinem 12 Lebensjahr - seit nunmehr 40 Jahren - und habe ihn auf allen möglichen (und zwei unmöglichen Touren) begangen. Es gibt kein Jahr, an dem ich ihn nicht wenigstens einmal betrete. Diese Naturgewalt ist für mich ein Ort der inneren Andacht geworden.

  • #1

    Sharon (Samstag, 03 Oktober 2020 13:25)

    Was für ein toller Blogpost über das Trekking! Wir hatten das mal mit der Schule und einem Guide im Engadin auf dem Morteratschgletscher. Sehr eindrücklich und ich hatte die ganze Zeit lang ein „mulmigs gfühl“ im Bauch, weil man einfach nur auf Eis läuft!
    Was ich allerdings persönlich sehr schade findet, dass man für Touristen extra ein Tunnel in das Eis schlägt und Leute rein lässt, obwohl man eigentlich Gletscher schützen sollte etc. aber dies ist wieder ein anderes Thema.
    Sehr ausführlich dein Blogpost danke, war sehr interessant :)