Die schönsten Wanderungen in Patagonien

Patagonien ist das Wanderparadies überhaupt. Viele bekannte Aussichtspunkte erreicht man nur durch eine Wanderung. Es gibt für jedes Level super schöne Wanderungen. Von einer einfachen 2 Stundenwanderung bis zu Mehrtagestrekks ist alles dabei. Doch welche Wanderungen kann ich euch empfehlen? Das verrate ich euch in diesem Bericht.

 

Zur Info: Ich selbst würde mich nicht als Wandervogel bezeichnen und ich bin auch nicht besonders sportlich. Deshalb würde ich sagen, bei den Zeitangaben hatte ich eine gute Durchschnittszeit. Natürlich sind erfahrene Wanderer schneller und finden es vielleicht auch nicht gleich anstrengend wie ich.

 

Wichtig finde ich noch zu erwähnen, dass du ausrüstungsmässig für alles gewappnet sein musst. Es kann sonnig und richtig warm sein aber innert Minuten kann das Wetter auf stürmisch mit Regen oder sogar Schnee wechseln. Nimm auch immer genügend Wasser und Proviant mit.

Chorrillo del salto

Chorrillo del salto
Chorrillo del salto

Von El Chalten läufst du Richtung Lago del Desierto um zu diesen schönen Wasserfall zu gelangen. Eine super leichte Wanderung um dich einzulaufen. Du benötigst für eine Strecke ca. 1 Stunde, also total 2h Laufzeit für hin und zurück. Beim Wasserfall kannst du gemütlich ein bisschen verweilen und Picknicken.

 

Distanz total: 9 km

Dauer: 2 Stunden

Höhenmeter: 30m

Schwierigkeit: Sehr leicht


Laguna de los Tres am Fuss des Fitz Roys

Fitz Roy im Morgenrot
Fitz Roy im Morgenrot

Eine der bekanntesten Wanderungen fürt an den Fuss des Fitz Roys und war für mich persönlich die schönste Wanderung, die ich gemacht habe ich Patagonien und gehört sicherlich zu den Top 5 Wanderungen überhaupt. Dies ist eine Tageswanderung, somit ist ein bisschen mehr Vorbereitung nötig. Erste Voraussetzung, gutes Wetter. Wir sind damals um 6 Uhr aufgestanden und als wir einen wunderschönen Sonnenaufgang, der die Berge rot färbte betrachteten, machten wir uns auf den Weg. Wir waren so ziemlich die ersten, als wir um 6:30 Uhr starteten, was ich euch wärmstens als Startzeit empfehle. Der erste Kilometer hat es in sich, da wir aber motiviert waren, überwindeten wir die ersten Höhenmeter relativ einfach. Am Wegrand werden die Kilometer angezeigt. Manchmal sind diese motivierend, manchmal aber auch eher erniedrigend. Nach dem ersten Kilometer geht es die nächsten 8 Kilometer ziemlich gerade aus. Meistens den Fitz Roy im Blick, was super motivierend ist. Es gibt die Möglichkeit an einem Punkt 2 verschiedene Wege zu nehmen, welche schlussendlich wieder zusammenführen. Wir entschieden uns beim Aufstieg für den Weg via Laguna Capri. Beim Abstieg nahmen wir den anderen Weg.

Laguna Sucia und Laguna de los Tres
Laguna Sucia und Laguna de los Tres
Das letzte Stück hat es in sich
Das letzte Stück hat es in sich

 

Das fiese an dieser Wanderung, der letzte Kilometer hat es in sich: denn in diesem Kilometer warten 400 Höhenmeter auf dich. Und wenn du denkst, du hast es geschafft, wart nochmals ein Kieshügel, dann hast du es aber wirklich geschafft und du wirst überwältigt sein von dem Ausblick. Wenn du noch Energie hast, kannst du noch etwas nach linksauf den Hügel gehen, dort siehst du nämlich nochmals einen anderen See.

Wir brauchten etwas mehr als 4 Stunden für den einen Weg, obwohl wie relativ langsam unterwegs waren und viele Pausen einlegten.

Wenn du die Aussicht lange genug genossen hast, geht es wieder an den Abstieg und spätestens hier merkst du, weshalb es sich lohnt, früh am morgen aufzustehen. Um ca 11:30 Uhr, als wir unseren Abstieg starteten, kamen uns grosse Gruppen entgegen und es war ziemlich mühsam, weil der Weg oft nicht sehr breit ist. Da dies keine Rundwandeung ist, gehst du den selben Weg wieder zurück, bis auf diese Schlaufe, wo du den Weg selber auswählen kannst. Der ebene Teil, welcher beim Aufstieg super angenehm war, zog sich dann beim Abstieg ziemlich lange und auch der letzte Teil, wo es nochmals ein paar Höhenmeter nach unten ging, kamen uns beim Aufstieg weniger lang vor. Irgendwann merkten wir auch die vielen Kilometer und unsere Beine und Füsse schmerzten langsam.

Nach etwa 3.5 Stunden sind wir dann wieder unten in El Chalten angekommen und wir freuten uns, unsere Füsse aus den Wanderschuhen befreien zu können.

Das Gefühl nach der Wanderung war unbeschreiblich gut, ich war super stolz auf mich, dass ich diese Wanderung so gut überstand, obwohl der Muskelkater nicht lange auf sich warten liess...

 

Übrigens, falls du einen tollen Ausblick auf den Fitz Roy haben möchtest, aber nicht so weit wandern magst, empfehle ich dir, bis zu Laguna Capri zu gehen, dafür brauchst du ca. eine Stunde und der Ausblick ist auch schon super schön. Dort oben könnte man übrigens auch campen und den Sonnenaufgang vom See aus bewundern.

 

Distanz total: 20km

Dauer: 8h

Höhenmeter: 700

Schwierigkeit: mittel-schwer

 


Mirador de las Torres

Der Puma ging gemütlich vor uns her
Der Puma ging gemütlich vor uns her

Die 3 Türme im Torres del Paine sind die bekannteste Attraktion und dementsprechend beliebt ist die Tageswanderung zum See mit der aussergwöhnlichen Aussicht. Versuche hier, die Wanderung für einen schönen tag zu planen, ansonsten wirst du oben die Türme nicht sehen können.

Der Trail startet beim Visitorcenter und erst läufst du ziemlich gerade aus, Richtung Hotelkomplex "Los Cerros". Dort gibt es schon bald eine Hängebrücke, wo uns ein Puma den Weg abschnitt und wir etwas Zeit vergehen lassen mussten um genügend Abstand zu halten. Wir hätten nie gedacht einen Puma zu sehen aber er war nur ein paar wenige Meter vor uns uns lief ca. 1 km vor uns her, bis er sich dann für einen anderen Weg entschied. Wichtig, falls du einem Puma begegnest: sich gross machen, Augenkontakt halten und langsam rückwärts zurückgehen.

Die Wanderung ist meiner Meinung nach etwa gleich anspruchsvoll wie die zur Laguna de los Tres. Was ich hier etwas unangenehmer entfand, wir hatten fast nie den Ausblick auf die Torres und wussten nie, ob es sich lohnt oder ob die Türme in Wolken verhüllt sind, was sie übrigens sehr oft sind. Zudem war das Wetter bei uns nicht ganz optimal.

Auch hier hat es der letzte Kilometer in sich und es gilt einige Höhenmeter über loses Geröll, wo man manchmal fast schon klettern muss zu dieses zu überwinden. Auch hier, wenn man denkt, man ist oben, ist man noch nicht oben und es geht noch ein Stückchen, bis man den sich verdienten Ausblick geniessen kann. Bei uns schneite es sogar etwas und trotzdem waren die Türme zu erkennen. Da es oben ziemlich kalt und windig war, machten wir und bald wieder an den Abstieg, welcher wieder der selbe Weg aber nicht einfacher ist, über das lose Geröll. Auch hier kamen uns riesige Gruppen entgegen und über das Geröll war es nicht einfach, diese zu passieren.

Wir sind damals um 7 Uhr gestartet und waren wieder so ziemlich die Ersten. Was ich auch ganz angenehm finde, wenn genug früh losgeht, überholen eine die Schnelleren nicht sofort, das zerrt bei mir nämlich jeweils an der Motivation, wenn ich immer überholt werde.

Übrigens gibt es nach  ca. 6 oder 7 Kilometer beim Aufstieg, die Möglichkeit sich Essen oder Snacks zu kaufen. Auch eine Toilette gibt es hier, jedoch leider nicht kostenlos. Es gibt die Möglichkeit, dein Wasser kostenlos aufzufüllen, obwhl du das unterwegs auch immer mal wieder im Bach/Fluss machen kannst.

 

Distanz: 20km

Dauer: 8h

Höhenmeter: 700

Schwierigkeit: mittel-schwer

 


Salto Grande

Im Torres del Paine kannst du bis zum Parkplatz vom Salto Grande fahren. Von hier aus läufst ebenmässig du ca. 20 Minuten, bis du zu zum Wasserfall kommst. Eine Wanderung kann man das nicht wirklich nennen, aber es lohnt sich den Spaziergang zu machen.


Los Cuernos Lookout

Vom Salto Grande kannst du noch etwas weitergehen, was dann zu einer lockeren Wanderung wird, zum Lookout Los Cuernos. Den Weg findest du ganz einfach und Höhenmeter gibt es kaum zu überwinden. Die Wanderung finde ich super schön, denn du hast die Cuernos und auch verschiedene Seen immer im Blick. Zudem gehst du durch einen ehemaligen Wald, welcher leider durch ein Feuer vor ein paar Jahren abgerottet wurde und irgendwie gespengstig wirkt.

Distanz: 6.5 km

Dauer: 2h (vom Parkplatz aus)

Schwierigkeit: sehr leicht

 


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